Die Gründung der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur
geht auf das Jahr 1762 zurück. Sie ist damit die älteste heute noch
produzierende Manufaktur Thüringens. Georg Heinrich Macheleid ersuchte
den Fürsten Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt um die Konzession
zur Errichtung einer Porzellanfabrik an seinem Geburtsort im Schwarzatal und
erhielt diese noch im selben Jahr. Bereits 2 Jahre später, 1762, wurde
die Porzellanfabrik nach Volkstedt in die Nähe des Hofes verlegt. Wiederum
2 Jahre später zog sich G. H. Macheleid aus der Firma zurück und
erhielt vom Fürsten eine lebenslange Pension. Nach weiteren 3 Jahren,
1767, wurde die Fabrik an den Erfurter Kaufmann Christian Nonne verpachtet.
Unter ihm erlebte die Volkstedter Manufaktur die erste Blütezeit. Im
Juni 1767 konnte Nonne schon für ein breites Sortiment an Erzeugnissen
werben: Kaffee- , Tee- , und Schokoladengeschirre, Tafelaufsätze, Potpourrivasen,
große buntdekorierte Teller, Schüsseln und Terrinen wurden damals
produziert. Im Jahre 1782 wurde der Pachtvertrag erneuert, nachdem zwischenzeitlich
Georg Wilhelm Greiner und Johann Karl Heinold als Pächter gewonnen waren.
Greiner war seit 1773 "Hofmaler". Mit Blumen, Insekten und Früchten
in scharf umrissener Buntmalerei, verzierte er die Gefäße und Teller.
1795 wurden darüberhinaus bereits 90 verschiedene Figuren angeboten,
darunter Gruppen und Tiere, staffiert und in bisquit, aber auch glasiert.
Im Jahre 1797 ging die Fabrik in den Besitz des Prinzen Ernst Constantin von
Hessen-Philippsthal, einem Schwager des regierenden Fürsten Ludwig Günther
II. von Schwarzburg-Rudolstadt über. Prinz Ernst Constantin, wohl in
seinen Erwartungen enttäuscht, verkauft im Jahre 1797 die Fabrik an die
Firma Greiner & Holzapfel. In der Biedermeierzeit erhielten die Kannen
und Tassen Dekore in der Sog. Vedutenmalerei. Thüringer Schlösser
und Burgen sowie Jagdszenen wurden in subtiler Malerei aufgebracht. Diese
Malereien gehörten zum Besten, was Thüringer Porzellankunst im 19.
Jahrhundert hervorbrachte.
Die Nachfolge der Firma Greiner & Holzapfel wird 1822 von der Firma Greiner
& Stauch & Co. angetreten. Im Jahre 1861 wechselt die Firma abermals,
sie wird von dem Porzellanmaler Karl Eus sen. aus Lauscha und Clemens Triebner
aus Weimar erworben und firmiert in "Triebner, Ems & Co.". Die
spürbare künstlerische Verbesserung der Erzeugnisse ist der Mitarbeit
des Modelleurs Eduard Eus und seines Bruders Karl Eus zu danken. 1894, um
dieses Jahr werden die ersten Spitzenfiguren und so eine Spezialität
des Hauses geschaffen.
1899 - die Zahl der Neugründungen von Porzellanfabriken in Rudolstadt
zwischen 1890 und 1908 ist wohl Veranlassung, nunmehr als "Aelteste Volkstedter
Porzellanfabrik AG" zu firmieren. Im Jahre 1909 schließen sich
die "Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik" und die Porzellanfabrik
"Unterweißbach", vormals "Mann und Porzelius AG"
zusammen. Im Rahmen dieses Unternehmens entstehen im gleichen Jahr unter der
Direktion von Max Adolf Pfeiffer die "Schwarzburger Wekstätten für
Porzellankunst". Diese für das Unternehmen sehr erfolgreiche Zeit
ist ein Verdienst von Dr. Edmund Troester, der von 1908 bis 1931der "Aeltesten
Volkstedter" als Direktor vorstand. Im Jahre 1936 wird, als Folge der
Weltwirtschaftskrise das Unterwießbacher Unternehmen wieder von der
"Aeltesten" getrennt.
Im Jahre 1949 wird die "Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur"
zum sogenannten VEB (volkseigenen Betrieb).
1977 wird die "Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur" dem Betrieb
der VEB Vereinigte Zierporzellanwerke Lichte angeschlossen.
Nach der Wende, im Jahre 1990 wurde die "Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur"
durch die 1794 gegründetete "Königlich privilegierte Porzellanfabrik
Tettau", eine hundertprozentige Tochter der Unternehmensgruppe Seltmann
Weiden, übernommen.